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ALIENATION - ENTAEUSSERUNG
Das Projekt fuehrt zur praktisch-faktischen
Umsetzung eines empirischen Versuches der Freisetzung von transgenen
Lebensformen in Reale evolutionaer-dynamische Gegebenheiten. Das
Projekt dokumentiert die wachsende Verteilung und relative
Abhaengigkeit von transgenen Bioinvasoren von diesen sogenannten
"Fremdkoerpern" in und um Fischereizonen der Donau inklusive
Nationalparks bis in das Muendungsgebiet des Schwarzen Meeres.
Dafuer eigens geschaffene, optimierte Bioinvasoren in Form von selektiv
gezuechteten Fischen, deren Gene unter extremsten Laborbedingungen an
jeden Lebensraum bestmoeglich angepasst sind, werden im Rahmen
dieses Versuches ausgewildert, um beobachtet sowie analysiert,
dokumentiert und verfolgt zu werden - im realen Lebensraum.
Die dafuer herangezuechteten Lebewesen sind mit speziellen
eigenschaften ausgestattet, wie besondere vermehrungfreude( dadurch
bedingte hohe populationsdichte fuehrt zu einem breiten genpool) oder
mit fluoreszierender Epidermis um sie sofort identifizieren zu koennen.
In Schwarmmenge in Wien ausgewildert, werden diese Invasoren, deren
metaphorische Arbeit es gleichzeitig ist menschlich rassistisches
Verhalten jeder Gesellschaftsform auf den Kopf zu stellen indem wir die
Verhaeltnisse umdrehen um daraus Resultierendes zu beobachten,
stromabwaerts Richtung Schwarzes Meer begleitet.
exkurs genetische ressourcen
Unter tiergenetischen Ressourcen versteht man alte und vom Aussterben
bedrohte Rassen. Sie stellen nur einen kleinen Teil der gesamten
genetischen Vielfalt bei Nutztieren dar, da jedes Individuum ca. 30.000
Gene besitzt und jedes Gen in einer Vielzahl von Allelen vorkommt. Im
Verlauf der Domestikation haben Menschen aus nur 5 Wildarten (Pferd,
Rind, Schwein, Schaf und Ziege) ca. 4.000 Rassen entwickelt, eine der
groessten Kulturleistungen der Geschichte.
Diese muessen wie andere Kulturleistungen erhalten werden. Rassen
unterscheiden sich i.d.R. durch Genfrequenzen, nur bei einfach
vererbten Merkmalen, z.B. Farbzeichen, auch durch Vorhandensein oder
Fehlen von Genen. Genfrequenzen werden durch genetische Drift,
Mutation, Selektion und Migration veraendert. Genetische Drift hat bei
der Rassebildung wahrscheinlich die groesste Rolle gespielt, bedingt
durch Inzucht. Mutation veraendert Genfrequenzen nur wenig, erweitert
aber die genetische Variabilitaet.
Im letzten Jahrhundert entstanden Leistungsrassen vornehmlich durch
planmaessige Selektion, sie verdraengen alte Rassen durch Migration.
Autochthone Landrassen koennen fuer Kreuzungen mit Leistungsrassen
genutzt werden, um eine optimale Anpassung zwischen Umwelt und Genotyp
zu erzielen, z.B. in Entwicklungslaendern oder fuer eine extensive
Landnutzung. Sie koennen auch fuer Gebrauchskreuzungen genutzt werden,
ferner fuer Landschaftserhaltung, Fremdenverkehr und Imagepflege.
exkurs Blaue Donau - Schwarzes Meer
Schon in vorgeschichtlicher Zeit hat die Donau als Verkehrsweg im
Handel mit Metallen, Salz, Fellen und Bernstein eine besondere Stellung
eingenommen. Ihre Bedeutung hat sich mit der Ausdehnung des roemischen
Imperiums noch betraechtlich gesteigert, da die Roemer ueber diesen Weg
ihre Stuetzpunkte an der Nordgrenze ihres Reiches versorgt haben.
Auch waehrend der Voelkerwanderung kommt der Donauverkehr nicht zum
Erliegen und bleibt nach dem Verfall der Roemerstrassen die einzige
leistungsfaehige West-Ost-Verbindung. Im Mittelalter ist die Donau eine
Hauptachse des Fernhandels nach Griechenland und Indien. Im Donauraum
treffen Kaufleute der damals bekannten Welt zur Abwicklung ihrer
Handelsgeschaefte zusammen. Erst als die Tuerken nach der
Eroberung von Konstantinopel die mittlere Donau erreichen und
absperren, wird diese Entwicklung unterbrochen. Dennoch bleibt der
Schifffahrtsweg fuer den lokalen Handel weiterhin wichtig; waehrend der
Tuerkenkriege werden die ˆsterreichischen Truppen auf dem Donauweg
mit Nachschub versorgt.
Die Skandinavier lieferten entlang der Handelsroute Oder -
Weichsel - Donau - Schwarzes Meer Sklaven nach Byzanz (altn. =
Miklagard oder Miklagarr), um im Gegenzug das begehrte Silber zu
importieren.
Eines der groessten Naturreservate Europas und trotz aller
Umweltprobleme bis heute weitgehend intakt,
das Donaudelta und das Schwarze Meer, bis zur Giftwelle, die am 30.
Januar beim Deichbruch des Abwasser-Speicherbeckens einer Goldmine in
das rumaenische Fluesschen Lapus entwich.
Diese hat sich ueber 1.950 Kilometer durch die Fluesse Somes, Theiss
und Donau gewaelzt. Dabei hinterliess sie in den stark verseuchten
Flussabschnitten, das betrifft etwa 1.000 Fluss-Kilometer, eine Spur
der Verwuestung.
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