NIKOLAUS FERDINAND PASSATH 8873041 http://microsau.com SCHRIFTLICHE DIPLOMARBEIT IN VISUELLER MEDIENGESTALTUNG UNIVERSITŸT FÐR ANGEWANDTE KUNST, ORDINARIAT FÐR VISUELLE MEDIENGESTALTUNG PROF. THOMAS FÐRSTNER / PETER WEIBEL Wien, Juni 2004 Eine Maschine ist ein Mechanismus, der in Bewegung kommt, wenn auf eines seiner beweglichen Glieder eine mechanische Kraft wirkt. .....MENSCH / MASCHINE Ðber den Umgang mit Maschinen: Aus der Perspektive der Maschine ist der menschliche K–rper in seiner Gesamtheit nur von instrumentellem Interesse. Dadurch dass es im Verh”ltnis Mensch-Maschine ausschliesslich ein Zweck-Mittel-denken gibt, entsteht eine Art ÑSklavenverh”ltnisì des Menschen zur Maschine. Um die Geschwindigkeit der Maschinen zu erh–hen wurden die notwendigen Arbeitsschritte des Menschen auf ein Mindestmaþ reduziert Ein Diktat der Maschinen wurde konstruiertund der Mensch ist nur organische Prothese am unorganiscen K–rper. Ÿhnlich verh”lt es sich in der umgekehrten Situation. Die Geschichte der Prothesen ist vor allem eine Geschichte der Erweiterung, Ersetzung und Bewaffnung des K–rpers und der Sinne, aber keine der gleichberechtigten Koexistenz zwischen Maschine und Mensch.Besonders die medizinisch-technische Prothese als Kompensation des Menschen als M”ngelwesen. Ein neuer Zugang zur Maschine, neue Umgangsformen gegen¸ber dem Menschen und der Maschine m¸ssen entstehen um diesem Verh”ltnis zu entfliehen. Durch wegnehmen der vorherrschenden Sinnhaftigkeit der Maschine k–nnte diesem Umgang ein neuer Sinn gegeben werden. .....kurt Mittles vier Injektionsnadeln und chinesischer Tinte zeichnet diese Maschine, ein dauerhaftes Symbol auf die Oberfl”che des menschlichen K–rpers. Ÿhnlich einer Prothese wird Kurt an den K–rper montiert und fixiert, und dadur technischer Bestandteil des K–rpers. Gewisse Hautschichten werden durchstossen, die natuerliche Schutzschicht des K–rpers wird durchbrochen, es entsteht eine Wunde, in die die Maschine Farbe hineintr”ufelt. Die Farbe als Teil der Maschine wird nun zum Teil des Menschlichen K–rpers, mit freiem Auge sichtbar. Durch diesen Eingriff entsteht im Bewusstsein des Gezeichneten eine enge Verbindung mit der Maschine, die ebenso dauerhaft wie die Zeichnung selbst ist. Die Maschine entscheidet selbst was gezeichnet wird und am Bildschirm und am Oberarm erscheinen gleichzeitig Punkt fuer Punkt. der Mensch muss sich der Maschine entgegenstrecken oder ausweichen um den Vorgang zu unterstuetzen. Der Schmerz beim Zeichnen wandelt sich zu einem Indikator fuer die richtige Tiefe. Dauer bestimmt allein die Maschine. Der menschliche Koerper wird zum interface, die Funktion der Maschine ist zwecklos. http://niki.sonance.net/kurt.html Problematisch an dieser Maschine war ihre Unmobilit”t welche zur Prothetisierung selbiger f¸hrte und nur bedingt eine neue Umgangsform entstehen lieþ. Dadurch stellte sich die Frage was fuer Eigenschaften eine Maschine besitzen muþ um nicht zur Prothese zu werden bzw damit der Mensch nicht Prothese Ihrer wird. ....volker Volker ist Symbiont am menschlichen Koerper; im sinne eines dauernden, engem Zusammenlebens zweier Lebewesen verschiedener Art, bei dem jedes von dem Anderen Nutzen hat. Beide Koerper erleben eine Erweiterung. die Maschine bekommt eine organische Prothese und einen Lebensraum auf dem sie navigieren kann, der Mensch bekommt eine technische Prothese und wird zum architektonischen Raum. Volker steht weniger f¸r das Verschwinden des Menschlichen oder sein Aufgehen im Maschinellen, sondern betont eher die fliessenden Grenzen. Um auf einer sich bewegenden person navigieren zu k–nnen, bedient er sich der Umarmung. daf¸r benutzt er seine vier Tentakeln. auf jedem Arm befinden sich zwei Sehnen, die eine, welche Volkers K–rper an den menschlichen schmiegt, ist vorgespannt sodass er nicht hinunterfallen kann, die andere Sehne laesst willk¸rliche Bewegungen auf seinem Lebensraum, dem menschlichen Koerper zu. Waehrend seiner Reise nimmt er mit seinem Tastsinn die Umwelt wahr, um reagieren zu k–nnen. sowohl die Maschine muss reagiern auf die staendig sich wechselnde und bewegende Oberfl”che, auch der Mensch muss waehrend der Bewegung auf diese reagieren und kann sie auch lenken. mitunter wird Volker zur Schau gestellt, wie ein Tier imZoo. der natuerliche Lebensraum wird simuliert. Auf einem fuer seine bewegungsmoeglichkeiten optimierten Konstrukt wandert die Maschine herum, nachdem sie von ihrem natuerlichen Lebensraum ¸bergeben wurde. Beide Maschinen bestehen technisch gesehen aus Standardteilen welche Normalerweise im Modellbau zu finden sind. Angesteuert wird mit einem weitverbreiteten Handheld-Kleincomputer mittels der einfachen weit verbreiteten Programmiersprache BASIC.